Mann fährt Skateboard und hält die Balance

Gibt es den perfekten Einstieg? (Spoiler: Nein) 

„Ich warte noch auf den richtigen Moment.“ Diesen Satz hat fast jeder schon einmal gesagt: ob beim Sport, bei einer großen Entscheidung oder einem neuen Projekt. Dahinter steckt der Gedanke: „Wenn ich im perfekten Moment starte, wird alles leichter und besser.“

Doch dieser perfekte Moment kommt fast nie. Es gibt immer Gründe, warum es gerade jetzt nicht passt: zu viel los im Job, ungünstige Umstände, andere Sorgen. Und so schiebt man den Start immer weiter hinaus.

An der Börse ist es genauso. Gründe, nicht zu starten, gibt es immer: Kurse schon zu hoch, Stimmung zu schlecht, politische Unsicherheit, Inflation am Horizont, vor den Wahlen, nach den Wahlen … Die Liste ist endlos. Wer wartet, bis alles „perfekt“ ist, fängt meistens nie an und verpasst damit die Chance, mehr aus seinem Geld zu machen.

Warum Ausdauer und Regelmäßigkeit wichtiger sind als der Einstiegszeitpunkt 

Ein Wertpapiersparplan nimmt dir den Druck, den „perfekten Moment“ finden zu müssen. Er investiert automatisch Monat für Monat, mal zu höheren, mal zu niedrigeren Kursen. So entsteht ein Durchschnittspreis: der Cost-Average-Effekt.

Hier ein kleines Rechenbeispiel zur Veranschaulichung:

Stell dir vor, du legst jeden Monat 100 € in einem Sparplan an.

  • Im ersten Monat kostet ein Anteil 50 €. Mit deinen 100 € kannst du also 2 Anteile kaufen.
  • Im zweiten Monat fällt der Kurs auf 25 €. Für deine 100 € bekommst du dieses Mal 4 Anteile.

Am Ende hast du also 6 Anteile für insgesamt 200 €. Der Durchschnittspreis pro Anteil liegt bei etwa 33 €. Hättest du dagegen dein ganzes Geld gleich im ersten Monat investiert, hättest du für 200 € nur 4 Anteile zum Stückpreis von 50 € bekommen. Oder einfacher gesagt: Es ist wie beim Tanken – du gibst jedes Mal denselben Betrag aus, zum Beispiel 50 €. Je nach Spritpreis bekommst du dafür mal mehr, mal weniger Liter. Über viele Tankstopps hinweg pendelt sich so ein Durchschnittspreis ein.

Natürlich sind dies stark vereinfachte Beispiele. In der Realität schwanken Börsenkurse viel häufiger und über viele Jahre hinweg. Gerade dann wird der Effekt deutlich sichtbar: Durch regelmäßiges Investieren glätten sich die Schwankungen. Und das Beste: Du musst nicht ständig darüber nachdenken, ob heute der „perfekte“ Tag zum Investieren ist. Diese Jagd nach dem richtigen Zeitpunkt stresst und sie funktioniert ohnehin nicht zuverlässig.

Mit einem Sparplan nimmst du dir genau diesen Druck. Die Regelmäßigkeit nimmt dem Einstiegszeitpunkt die Macht. Ob du „gut“ oder „schlecht“ gestartet bist, spielt kaum eine Rolle, weil du ohnehin über viele Zeitpunkte hinweg investierst.

Wäre es schlimm, in einer unvorteilhaften Phase zu starten? 

Viele fürchten, genau im falschen Moment einzusteigen, etwa kurz vor einer Krise. Aber die Erfahrung zeigt: Selbst das ist langfristig kein Problem. Das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts zeigt: Im DAX waren 15-Jahres-Zeiträume in der Vergangenheit überwiegend mit positiven Renditen verbunden. Nur in wenigen Fällen kam es zu leichten Verlusten – ab 20 Jahren Haltedauer traten historisch keine negativen Ergebnisse mehr auf. Natürlich gilt: Vergangene Wertentwicklungen sind keine Garantie für die Zukunft. Aber die Geschichte zeigt, dass Geduld und Durchhaltevermögen Anleger bisher fast immer belohnt haben. Selbst Einstiege kurz vor großen Crashs wie 2008 oder 2020 waren nach einiger Zeit wieder im Plus. Die Botschaft: Auch wenn du vermeintlich „ungünstig“ startest, spielt es am Ende kaum eine Rolle. Der eigentliche Fehler ist nicht, im falschen Moment zu starten, sondern gar nicht zu starten.

Und wenn Timing doch entscheidend wäre? 

Angenommen, es würde wirklich auf den richtigen Einstiegszeitpunkt ankommen, was beim Wertpapiersparplan zum Glück nicht der Fall ist. Aber wäre es so, dann müsste man sein Verhalten an den Marktphasen ausrichten, um einen geeigneten Einstiegszeitpunkt zu finden. Das klingt einfach, ist es aber in Wirklichkeit nicht.

  • Bullenmarkt (steigende Kurse): In Phasen, in denen die Kurse bereits stark gestiegen sind, herrscht Euphorie. Viele Anleger fühlen sich sicher und steigen genau dann ein, zahlen aber die höchsten Preise.
  • Bärenmarkt (fallende Kurse): Wenn die Kurse fallen, dominiert Angst. Das Bauchgefühl schreit: „Bloß nicht einsteigen!“ – dabei sind die Anteile gerade dann besonders günstig.

Das Paradoxe: Wer sich vom Bauchgefühl leiten lässt, läuft Gefahr, teuer einzukaufen und günstig zu verkaufen. Statistisch gesehen ergaben sich die besten Chancen oft genau dann, wenn es sich am schlechtesten anfühlte. Der US-Investor Warren Buffett, einer der erfolgreichsten Anleger aller Zeiten und seit Jahrzehnten einer der reichsten Menschen der Welt, hat es auf den Punkt gebracht: „Sei ängstlich, wenn andere gierig sind, und gierig, wenn andere ängstlich sind.“

Fazit 

Den perfekten Moment gibt es nicht. Aber je früher du beginnst, desto mehr arbeitet die Zeit für dich. Wichtig ist nicht, ob du heute im „besten“ Moment einsteigst, sondern dass du überhaupt anfängst. Dein Zukunfts-Ich wird es dir danken, dass du dich nicht vom Warten hast ausbremsen lassen.

Wertpapiersparen eröffnet Chancen, geht aber immer auch mit Risiken einher. Mehr dazu findest du hier.

Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen an die Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Dieser Text stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Er soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung.