Diese Risiken solltest du beim Wertpapiersparen kennen
Wertpapiersparen ist kein Selbstläufer und funktioniert anders als ein Tages- oder Festgeldkonto. Wer zum Beispiel Fonds oder ETFs bespart, wird Kursschwankungen erleben – mal stärker, mal schwächer. Das gehört dazu. Und ja, es wird vermutlich Phasen geben, in denen dein Depot auch mal im Minus stehen wird.
Hier bleibt dein Kapital also nicht immer gleich im Wert. Wer sich dafür entscheidet, sollte daher wissen, worauf er sich einlässt, damit es eben nicht zu bösen Überraschungen kommt. Sich mit den Risiken auseinanderzusetzen und sich mental darauf vorzubereiten, ist daher der Schlüssel. Denn nur wer die Risiken kennt und versteht, kann gezielt etwas tun, um sie zu steuern. Und wer sich mit den unterschiedlichen Marktphasen vertraut macht, kann in solchen Situationen souveräner reagieren. Nur so wird Wertpapiersparen nicht zur Glückssache, sondern zu einer überlegten, informierten Entscheidung.
Hier einmal alle Risiken und Chancen im Überblick
Die nachfolgende Übersicht zeigt dir nicht nur, was möglich ist, sondern auch, wann Risiken oder Chancen typischerweise auftreten – je nach Marktlage, Anlagehorizont oder Verhalten. So bekommst du ein realistisches Gefühl dafür, welche Risiken und Chancen Wertpapiersparen mit sich bringt.
Risiken |
Chancen |
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Kurs- und Wertverlustrisiko Der Wert deiner Anlage schwankt mit der Entwicklung der Märkte. Wenn Kurse fallen, kann dein Depot im Minus liegen, auch über längere Zeit. Im schlimmsten Fall ist ein Totalverlust möglich, insbesondere bei Einzelaktien oder Anlageprodukten mit geringer Streuung, also solchen, die nur in wenige Titel oder Märkte investieren, wenn die betroffenen Unternehmen insolvent werden oder dauerhaft an Wert verlieren. Bei breit gestreuten Fonds oder ETFs ist die Wahrscheinlichkeit eines Totalverlusts deutlich geringer als zum Beispiel bei Einzelaktien, da Verluste einzelner Titel durch Gewinne anderer aufgefangen werden können. Kurzfristige Kursrückgänge sind hingegen ganz normal und Teil des Wertpapiersparens – sie bedeuten jedoch erst dann einen Verlust, wenn du in einer Schwächephase verkaufst. Marktrisiko / Konjunkturabhängigkeit Zinsänderungen, Konjunktureinbrüche, politische Krisen oder andere globale Ereignisse können die Kapitalmärkte belasten. In solchen Phasen sinken oft viele Anlageklassen gleichzeitig im Wert. Das kann die Entwicklung deines Sparplans vorübergehend oder dauerhaft beeinträchtigen. Historisch betrachtet, haben sich die Märkte auf lange Sicht jedoch meist wieder erholt, auch wenn das keine Garantie ist. Ertragsrisiko Dividenden, Ausschüttungen und Zinsen können sinken oder ausfallen. Das kann dazu führen, dass dein Ertrag geringer ausfällt als erwartet. Vor allem in schwächeren Marktphasen schütten viele Unternehmen weniger aus. Steigen die Märkte wieder, können diese Erträge aber auch wieder zunehmen. Timing- und Liquiditätsrisiko Wer Anteile in einer schwachen Marktphase verkauft, realisiert Verluste. Das passiert oft aus Sorge, weitere Verluste zu erleiden – führt aber dazu, dass man mögliche Erholungen verpasst. In Ausnahmefällen (z. B. bei Marktkrisen) kann es zudem vorkommen, dass bestimmte Fonds oder Wertpapiere vorübergehend nur eingeschränkt handelbar sind. Mit einem langen Anlagehorizont und regelmäßigen Sparraten lassen sich solche Phasen meist besser überstehen. Klumpenrisiko (bei Einzelaktien oder Fonds und ETFs mit starkem Branchenfokus) Wenn du regelmäßig in nur wenige oder einzelne Aktien investierst, konzentriert sich dein Risiko stark auf deren Entwicklung. Läuft ein Unternehmen schlecht oder wird es insolvent, kann der Kurs stark fallen oder sogar wertlos werden. Das kann zu erheblichen Verlusten führen – im schlimmsten Fall zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Im Vergleich dazu sind breit gestreute Fonds oder ETFs weniger anfällig für solche Einzelschicksale, weil sie viele unterschiedliche Titel enthalten. |
Langfristige Renditechancen Mit einem Wertpapiersparplan beteiligst du dich an der wirtschaftlichen Entwicklung von Unternehmen und Märkten. Dadurch hast du die Chance, langfristig eine höhere Rendite zu erzielen als mit klassischen Sparformen wie Tages- oder Festgeld. Im besten Fall profitieren deine Anlagen von steigenden Kursen und Unternehmensgewinnen – das kann über viele Jahre hinweg zu deutlichen Wertzuwächsen führen. Kurzfristige Gewinne sind ebenfalls möglich, aber schwer vorhersehbar. Langfristig steigen die Wahrscheinlichkeit und die Stabilität der Erträge, weil sich Kursschwankungen über die Zeit tendenziell ausgleichen. Ein Wertzuwachs ist dennoch nie garantiert. Nutzen von Marktschwankungen (Cost-Average-Effekt) Bei einem regelmäßigen Sparplan wird Monat für Monat ein fester Betrag investiert. Wenn die Kurse fallen, werden automatisch mehr Anteile gekauft, bei steigenden Kursen entsprechend weniger. Dadurch ergibt sich über die Zeit ein Durchschnittspreis, der extreme Einstiegspunkte glätten kann. Im besten Fall führt das dazu, dass du bei einer späteren Markterholung von günstigen Einstiegspreisen profitierst. Der Effekt senkt keine Risiken, kann aber helfen, Schwankungen systematisch zu nutzen, gerade bei langfristigem Sparen. Inflationsausgleich auf lange Sicht Wertpapiere sind sogenannte Sachwerte: Unternehmen passen ihre Preise und Gewinne meist an die allgemeine Preisentwicklung an. Dadurch können Wertpapiere langfristig helfen, die Auswirkungen von Inflation teilweise auszugleichen. Im besten Fall wächst dein Depot schneller als die Preise im Alltag, sodass du real Vermögen aufbaust. Ein vollständiger Schutz vor Inflation ist jedoch nicht gewährleistet, da Kurs- und Marktbewegungen diesen Effekt überlagern können. Flexibilität und einfache Umsetzung Sparraten lassen sich in der Regel jederzeit anpassen, pausieren oder beenden. Das gibt dir Handlungsspielraum, wenn sich deine finanzielle Situation ändert. Im besten Fall bleibst du so langfristig investiert, ohne dich festlegen zu müssen. Flexibilität schützt aber nicht vor Wertschwankungen. Sie erleichtert lediglich den Umgang damit. Breite Streuung (Diversifikation) Wie breit dein Geld gestreut ist, hängt von der Art deiner Anlage ab. Wenn du in Fonds oder ETFs investierst, wird dein Geld auf viele verschiedene Unternehmen, Branchen und Länder verteilt. Dadurch können Verluste einzelner Positionen durch andere Werte teilweise ausgeglichen werden. Im besten Fall gleicht die positive Entwicklung vieler Titel die Verluste weniger schwacher aus. Das kann Schwankungen abfedern und langfristig für mehr Stabilität sorgen. Aber: Eine breite Streuung allein schützt nicht zu 100 % vor Verlusten, sie kann aber das Verlustrisiko abmildern und das Chance-Risiko-Verhältnis verbessern. |
Ausblick
In den nachfolgenden Artikeln geht es darum, die Risiken noch besser zu verstehen und einzuordnen. Du erfährst, welche Mechanismen und Hebel es gibt, wo du selbst Einfluss nehmen kannst und wie du dich in unterschiedlichen Marktphasen sinnvoll verhältst.
Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen an die Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Dieser Text stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Er soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung.