Mit Risiko umgehen – ganz ohne Börsenprofi zu sein
Anlegen ist kein Glücksspiel. Vieles liegt in deiner Hand, auch wenn es manchmal anders wirkt. Du kannst selbst entscheiden, wie du mit Risiko umgehst – mit dem Wissen darum, was du beeinflussen kannst. Und das Beste daran: Du musst dafür kein Börsenprofi sein.
Einfluss statt Ohnmacht
Viele achten auf Dinge, die sie gar nicht beeinflussen können, wie zum Beispiel auf die Stimmung an den Märkten oder Zinsentscheidungen. Dabei lohnt es sich, den Blick auf das zu richten, was in deiner Hand liegt. Denn dort liegt der größte Einfluss darauf, wie sich dein Risiko entwickelt.
Was in deiner Hand liegt und wie es dein Risiko beeinflusst
- Wie lange du dein Geld arbeiten lässt (dein Anlagehorizont): Grundsätzlich gilt an der Börse: Je länger du investiert bleibst, desto mehr Zeit hat dein Geld, mögliche Schwankungen auszugleichen. Mit jedem zusätzlichen Jahr wird die Wahrscheinlichkeit kleiner, Verluste realisieren zu müssen. Zeit wirkt häufig also wie ein Sicherheitsnetz für dein Risiko.
- Wie regelmäßig du etwas zurücklegst (dein Sparrhythmus): Je konsequenter du in gleichbleibenden Abständen investierst, desto gleichmäßiger verteilst du dein Einstiegsrisiko. So spielt es bei einem langen Anlagehorizont kaum eine Rolle, ob du in Hoch- oder Tiefphasen kaufst – im Schnitt erlangst du durchschnittliche Einstiegspreise.
- Wie breit du dein Geld verteilst (Diversifikation): Je breiter du dein Geld über Unternehmen, Branchen und Länder streust, desto stabiler kann dein Depot auf Marktschwankungen reagieren. Verluste einzelner Werte lassen sich so häufiger durch Gewinne anderer ausgleichen.
- Wie du auf Schwankungen reagierst (dein Anlageverhalten): Je ruhiger du bleibst, wenn die Kurse schwanken, desto geringer ist das Risiko, im falschen Moment zu verkaufen. Wer Gelassenheit bewahrt, kann davon profitieren, dass sich Märkte, historisch betrachtet, auf lange Sicht wieder erholen – und schützt sich so vor teuren Kurzschlussentscheidungen.
Diese vier Bereiche zeigen, dass du bei Berücksichtigung aller oben genannten Faktoren tatsächlich Einfluss auf dein Risiko nehmen kannst. Wenn du sie bewusst gestaltest, lässt sich das Risiko zwar nicht ausschalten, aber spürbar kontrollieren.
Was Profis tun – und du genauso machen kannst
Profis wissen vieles über Märkte, Kennzahlen und Strategien. Aber wenn es darum geht, Risiken zu begrenzen, zählt kein Spezialwissen, sondern die konsequente Anwendung einiger Grundprinzipien. Und genau die kannst du auch für dich nutzen.
| Wie Profis Risiken begrenzen | Wie du das ähnlich umsetzen kannst | Warum es funktioniert |
|---|---|---|
Sie denken langfristig und bleiben auch in turbulenten Phasen bei ihrer Strategie. |
Auch du solltest für die Laufzeit deiner Geldanlage ausreichend Zeit einplanen und nur Beträge zur Seite legen, auf die du wirklich langfristig verzichten kannst. So kannst du in turbulenten Zeiten bei deiner Strategie bleiben. | Historisch betrachtet: Zeit glättet Marktschwankungen und reduziert das Risiko, Verluste zu realisieren. |
Sie investieren regelmäßig, unabhängig von der Stimmung an den Märkten. |
Du kannst ebenso regelmäßig investieren, z. B. in Form eines automatischen Sparplans, der in festen Abständen anlegt. | Regelmäßigkeit gleicht Schwankungen aus und senkt das Risiko, zu einem ungünstigen Zeitpunkt einzusteigen. |
Sie streuen breit über verschiedene Anlageklassen, Regionen und Branchen, um Klumpenrisiken zu vermeiden. |
Du kannst dein Geld ebenfalls breit investieren, z. B. über Fonds und ETFs, die viele Unternehmen, Branchen und Länder abdecken. | Breite Streuung sorgt dafür, dass Verluste einzelner Werte ausgeglichen werden können. |
Sie bewahren Ruhe, selbst wenn Märkte fallen, und treffen Entscheidungen nach Plan. |
Du kannst dich ebenfalls im Voraus damit beschäftigen, wie du bei unterschiedlichen Marktlagen reagieren willst, und dich dann bewusst daran halten. | Wer vorbereitet ist, trifft überlegte Entscheidungen und vermeidet spontane Verkäufe, die Verluste oft erst real werden lassen. |
Wenn du diese Prinzipien für dich übernimmst, handelst du im Grunde wie die Profis.
Fazit
Risiko gehört beim Investieren dazu – das lässt sich nicht ändern. Wenn du aber weißt, wie groß dein Einfluss ist und welche Möglichkeiten du hast, es zu steuern, liegt mehr in deiner Hand, als du vielleicht denkst. Dann fühlt sich Risiko nicht mehr bedrohlich an, sondern wie etwas, das du einordnen und steuern kannst. Und dafür musst du kein Börsenexperte sein: nur verstehen, wo dein Handlungsspielraum liegt.
Wertpapiersparen eröffnet Chancen, geht aber immer auch mit Risiken einher. Mehr dazu findest du hier.
Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine werbliche Information, die nicht den gesetzlichen Anforderungen an die Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Dieser Text stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar, da im Rahmen dieser Information die persönlichen Umstände, Ziele und Vorstellungen von Kunden keine Berücksichtigung finden. Er soll lediglich die selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung.