Börsenkrise? Wie du damit umgehen solltest
Vielleicht erinnerst du dich noch an die ersten Wochen der Corona-Pandemie. In den Supermärkten verschwanden plötzlich Nudeln, Mehl und Toilettenpapier aus den Regalen. Nicht, weil es tatsächlich einen Engpass gab, sondern weil alle dachten: „Wenn die anderen hamstern, sollte ich lieber auch noch schnell was nehmen.“ Ein Verhalten, das aus Angst geboren war und das Problem erst groß gemacht hat.
An der Börse läuft es in einer Krise oft ganz ähnlich. Eine schlechte Nachricht reicht, und viele Anleger verkaufen gleichzeitig ihre Wertpapiere. Niemand möchte als Letzter verkaufen und lieber schnell sein. Je mehr Menschen verkaufen, desto tiefer fallen die Kurse. Nicht, weil die Unternehmen über Nacht wertlos geworden wären, sondern weil Angst ansteckend ist – wie beim Hamstern im Supermarkt.
Ruhe bewahren, wenn andere die Regale leer räumen
Für klassische Sparer wirken diese Bilder wie ein Beweis: Börse ist gefährlich. Man sieht die Minuszeichen in den Nachrichten und denkt: „Gut, dass ich da nicht mitmache.“ Doch das Minus bei den Kursen ist zunächst nur eine Momentaufnahme: so wie die leeren Nudelregale im März 2020 nicht bedeuteten, dass es nie wieder Pasta geben würde.
Gerade in solchen Momenten kommt es für dich als Wertpapiersparer darauf an, Ruhe zu bewahren. Ein Minus im Depot ist ein Buchverlust, mehr nicht. Ein Verlust wird erst dann real und endgültig, wenn du tatsächlich verkaufst. Dein Sparplan ist genau dafür gemacht, Krisen auszuhalten. Er läuft automatisch weiter, kauft regelmäßig nach, und in schwachen Phasen sogar günstiger. So bekommst du mehr Anteile für dein Geld, während andere panisch ihre Bestände auflösen.
Warum Nichtstun in Krisen oft die beste Entscheidung ist
Es fühlt sich ungewohnt an, inmitten von Schlagzeilen und roten Zahlen nichts zu tun und den eigenen Wertpapiersparplan einfach weiterlaufen zu lassen. Aber genau das ist die richtige Entscheidung. Dein Sparplan entfaltet seine Wirkung auf lange Sicht und die Geschichte zeigt, dass sich die Märkte bisher nach jeder Krise wieder erholt haben. Das siehst du auch schön hier am Chart des Deutschen Aktienindex seit 1980: Während Krisenzeiten ging der Kurs deutlich nach unten, doch nach seiner Erholung stieg der DAX langfristig wieder und übertraf jeweils sogar seinen vorherigen Höchststand.
So wie die Supermarktregale nach einigen Wochen wieder gefüllt waren, so normalisierten sich historisch gesehen auch die Märkte nach einiger Zeit. Panik hilft niemandem. Gelassenheit schon.
Wenn dich dennoch die Unsicherheit packt, erinnere dich an das, was du dir schon aufgebaut hast: Du hast deine Geldanlage bewusst breit gestreut. Du setzt auf einen langen Anlagehorizont. Und du sparst regelmäßig. All das sind Strategien, die dir helfen, auch stürmische Zeiten zu überstehen. Panikverkäufe mögen zwar kurzfristig beruhigen, doch sie nehmen dir die Chance auf den Aufschwung. Wer Ruhe bewahrt, breit gestreut investiert und regelmäßig dranbleibt, schafft die Grundlage für mögliche Erholung und Wachstum. So kann ein Sparplan, wie ein gut gefüllter Vorratsschrank, dafür sorgen, dass du in stürmischen Zeiten gut aufgestellt bist – was dich dann gelassener macht.
Wann du wirklich eingreifen solltest
Natürlich kann es Gründe geben, einen Sparplan zu ändern. Marktschwankungen sollten in der Regel jedoch kein Anlass dafür sein. Vielleicht hast du dein Sparziel schon erreicht und möchtest dir einen Wunsch erfüllen. Genau dafür hattest du den Sparplan ja angelegt – und dann die aufgebauten Anteile zu verkaufen, um dein Ziel zu verwirklichen, macht absolut Sinn. Oder deine Möglichkeiten haben sich geändert: Du verdienst mehr und willst die Rate erhöhen. Auch fein. Oder du hast finanzielle Engpässe und setzt deshalb die Sparrate vorübergehend herab oder lässt den Plan pausieren. All das sind gute Gründe, deinen Wertpapiersparplan anzupassen. Problematisch wird es, wenn du wegen finanzieller Engpässe gezwungen bist, deinen Sparplan komplett zu beenden oder Anteile mitten in einer Krise zu verkaufen. Denn so nimmst du dir die Chance, von einer möglichen langfristigen Erholung der Märkte zu profitieren. Damit genau das nicht passiert, solltest du dir vor dem Start deines Sparplans immer einen Notgroschen zurücklegen. Er federt kurzfristige Ausgaben oder unerwartete Kosten ab und sorgt dafür, dass dein Sparplan in Ruhe weiterlaufen kann.
Fazit: Nicht jedem Hamster(ver)kauf hinterherrennen
Ein starker Kurseinbruch fühlt sich an wie ein leergekauftes Regal: bedrohlich, fast apokalyptisch. Doch genauso wie Nudeln und Mehl wieder ins Sortiment zurückkamen, erholten sich, historisch gesehen, auch die Märkte immer wieder. Natürlich ist das keine Garantie für die Zukunft, die niemand kennt. Aber wer will sich schon mit 100 Jahren Börsengeschichte anlegen? Dein Vorteil als Wertpapiersparplan-Sparer ist, dass du vorbereitet bist. Breite Streuung, langer Atem und regelmäßiges Sparen sind dein Schutzpolster. Also: Wenn die nächste Schlagzeile eine Krise an den Märkten ausruft und die Ersten in Panik die Regale stürmen, bleib gelassen. Dein Plan ist stärker als der Herdentrieb. Und am Ende bist du derjenige, der nicht mit leeren Händen dasteht, sondern mit einem Vorrat, der dich sicher in die Zukunft trägt.
Wertpapiersparen eröffnet Chancen, geht aber immer auch mit Risiken einher. Mehr dazu findest du hier.
Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine werbliche Information, die nicht den gesetzlichen Anforderungen an die Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Dieser Text stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar, da im Rahmen dieser Information die persönlichen Umstände, Ziele und Vorstellungen von Kunden keine Berücksichtigung finden. Er soll lediglich die selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung.