Nachdenklicher Mann im Mantel blickt durch die Stadt

Warum klassisches Sparen dich ärmer macht 

Die meisten merken es erst im Alltag. Der Wocheneinkauf kostet plötzlich 80 statt 60 Euro. Der Coffee to go 4 Euro statt 2. Selbst das Brötchen in der Mittagspause ist teurer geworden. Nur das Konto bleibt gleich: 10.000 Euro sind immer noch 10.000 Euro. Doch du kannst dir davon weniger leisten als früher.

Das ist Inflation – nicht, dass Preise einfach steigen, sondern dass dein Geld an Kaufkraft verliert. Dein Kontostand bleibt gleich, aber sein Wert schmilzt – leise, unspektakulär, aber stetig.

Warum Zinsen dir kaum helfen 

Wenn Geld an Wert verliert, suchen viele Halt bei dem, was ihnen vertraut ist: den Zinsen. Doch ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt: Die Zinsen blieben fast immer hinter der Inflation zurück und konnten sie nicht ausgleichen.

Ein Rückblick auf die vergangenen 10 Jahre:

Die Tabelle zeigt Zinsen, Inflation und reale Veränderung von 2015–2024. Da die Inflation stets höher ist, verliert das Geld jedes Jahr real an Wert.
Jahr Durchschnittszins1 Inflation2 Reale Veränderung
2015 0,2 % 0,5 % –0,3 %
2016 0,1 % 0,5 % –0,4 %
2017 0,1 % 1,5 % –1,4 %
2018 0,1 % 1,8 % –1,7 %
2019 0,1 % 1,4 % –1,3 %
2020 0,05 % 0,5 % –0,45 %
2021 0,05 % 3,1 % –3,05 %
2022 0,3 % 6,9 % –6,6 %
2023 1,9 % 5,9 % –4,0 %
2024 2,8 % 2,4 % +0,4 %

In fast jedem dieser Jahre lag die Inflationsrate über dem Zinsniveau. Zwar war 2024 erstmals wieder ein leicht positives Jahr, doch dieser Effekt war kurzlebig. Bereits dieses Jahr haben sich die Zinsen wieder nach unten bewegt, während die Inflation zuletzt bei rund 2,4 % lag. Das heißt: Selbst wer regelmäßig gespart hat, konnte den Wert seines Geldes nicht halten.

Um zu zeigen, wie Zinsen und Inflation zusammenwirken, haben wir ein einfaches Rechenbeispiel vorbereitet. Es zeigt, wie dein Kontostand mit steigenden Zinsen zunimmt, deine Kaufkraft aber wegen der Inflation trotzdem sinkt.

Die Tabelle vergleicht Zinssätze mit Kontostand, Kaufkraft und Wertverlust nach 10 Jahren. Trotz steigender Zinsen bleibt die Kaufkraft negativ, erst ab etwa 3 % wird die Inflation ausgeglichen.
Zinssatz p. a. Kontostand nach 10 Jahren Kaufkraft in heutigem Geld Wertverlust
0 % 10.000 € 7.441 € –26 %
0,5 % 10.511 € 7.821 € –22 %
1 % 11.046 € 8.219 € –18 %
2 % 12.189 € 9.070 € –9 %
3 % 13.439 € 10.000 € 0 %

Um die Inflation auszugleichen, müssten die Zinsen also bei rund 3 % liegen – und das über Jahre hinweg. Alles darunter bedeutet: Dein Geld verliert mit der Zeit an Kaufkraft, auch wenn dein Kontostand scheinbar wächst.

Warum Tagesgeld trotzdem wichtig bleibt 

Trotzdem bleibt das Tagesgeldkonto ein wichtiger Baustein deiner Geldstrategie. Es sorgt für Liquidität und Sicherheit, also für den Teil deines Geldes, den du jederzeit verfügbar haben möchtest. Ob unerwartete Nachzahlungen, Autoreparaturen oder einfach das gute Gefühl, im Notfall schnell an Geld zu kommen – dafür eignet sich das Tagesgeldkonto.

Im Vergleich zum Girokonto mit 0 % Zinsen bietet es einen kleinen Ausgleich und ist die bessere Zwischenlösung. Aber: Es ist kein Weg für den langfristigen Vermögensaufbau. Denn sobald Geld dort über längere Zeit liegt, beginnt die Inflation, seinen Wert zu mindern, da die Zinsen zumeist unter der Inflationsrate bleiben, auch wenn sie zeitweise steigen.

Was beim Werterhalt helfen kann 

Für den Teil deines Geldes, den du nicht kurzfristig brauchst, also das, was auf dem Konto liegt und dort Schritt für Schritt an Wert verliert, gibt es bessere Möglichkeiten, den Wert langfristig zu erhalten. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Sachwerte wie Immobilien, Edelmetalle oder Rohstoffe
  • Anleihen mit höheren Zinsen

Anleihen sind eine Möglichkeit, über den Kapitalmarkt Geld zu verleihen, also eine Form von Wertpapieren. Dabei gibst du dein Geld an Staaten oder Unternehmen, ähnlich wie ein Kreditgeber, und erhältst dafür Zinsen als Gegenleistung.

Darüber hinaus gibt es weitere Wertpapierarten, die den Zugang zu anderen Anlageformen ermöglichen, etwa zu Immobilien, Edelmetallen oder Rohstoffen. Wer also diese Werte nicht direkt kaufen kann, kann auch über Wertpapiere an ihrer Entwicklung teilhaben – zum Beispiel durch Immobilienfonds oder ETFs, die sich auf Edelmetalle, Rohstoffe oder Anleihen spezialisiert haben.

So kannst du mit Wertpapieren an Entwicklungen teilhaben, die früher oft nur großen Investoren offenstanden, und das auch mit kleineren Beträgen.

Wichtig ist: Weder Immobilien noch Rohstoffe oder Edelmetalle entwickeln sich immer gleich und deshalb können auch die dazugehörigen Wertpapiere im Wert steigen oder fallen. Historisch betrachtet, gleichen sich diese Bewegungen jedoch häufig aus, sodass dein Geld besser vor Kaufkraftverlust geschützt ist als auf dem Tagesgeldkonto. Dir muss jedoch bewusst sein, dass zu solchen Geldanlagen, die sich an realen Werten orientieren, kurzfristige Wertveränderungen dazugehören.

Das Ziel solcher Geldanlagen ist nicht schnelles Wachstum, sondern den Wert deines Geldes möglichst zu bewahren und eine stabile Ergänzung zum Tagesgeld zu schaffen.

Wenn Wachstum dein Ziel ist 

Wenn es dir nicht nur um Werterhalt, sondern auch um Vermögensaufbau und Wachstum geht, brauchst du Anlageformen, die die Inflationsrate deutlich übertreffen. Echtes Wachstum entsteht dort, wo Renditen über 4 oder 5 Prozent pro Jahr liegen, also deutlich höher als Tages- oder Festgeld.

Das ist vor allem durch Beteiligungen an Unternehmen über den Kapitalmarkt möglich, zum Beispiel durch Wertpapiere wie Aktienfonds oder ETFs, die in viele Unternehmen und Märkte investieren.

Historisch betrachtet, sind Beteiligungen an Unternehmen über den Kapitalmarkt (also Aktien, Aktienfonds und ETFs, die in viele Unternehmen investieren) die einzige Anlageform, die über längere Zeiträume hinweg eine reale Rendite deutlich über der Inflation erzielt.

Wer also Wachstum sucht, kommt am Kapitalmarkt kaum vorbei. Und dafür brauchst du kein großes Startkapital. Über regelmäßiges Wertpapiersparen kannst du auch mit kleinen Beträgen beginnen und dir Schritt für Schritt ein Vermögen aufbauen.

Fazit: Clever kombinieren statt entweder – oder 

Die Kunst liegt nicht im Entweder-oder, sondern in der Balance zwischen drei Zielen:

  1. Schnell verfügbar bleiben → mit deinem Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto
  2. Wert erhalten → durch Anlagen in Sachwerte oder Anleihen, die dein Geld langfristig stabilisieren
  3. Vermögen aufbauen → über Wertpapiersparen am Kapitalmarkt, das deinem Geld Wachstumspotenzial verleiht

So entsteht eine durchdachte Kombination: Sicherheit für heute, Stabilität für morgen und Wachstum für die Zukunft. Denn modernes Sparen bedeutet, nicht alles auf eine Karte zu setzen, sondern die Stärken verschiedener Anlageformen clever zu verbinden.

Wertpapiersparen eröffnet Chancen, geht aber immer auch mit Risiken einher. Mehr dazu findest du hier.

Fußnoten / Rechtliche Hinweise
  1. Quelle: Deutsche Bundesbank (WT3201 – Zinsen privater Haushalte)
  2. Quelle: Statistisches Bundesamt (VPI, Veränderung zum Vorjahr)

Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen an die Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Dieser Text stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Er soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung.