Warum Schwankungen nicht dein Feind sind
„Immer rauf und runter – das halte ich nicht aus!“ Wenn du so denkst, bist du nicht allein. Fast alle, die vom Tagesgeld oder Sparbuch kommen, empfinden Schwankungen anfangs als bedrohlich. Dein Geld wirkt plötzlich unsicher.
Doch Schwankungen an der Börse sind normal: so wie Wellen im Meer. Mal geht es rauf, mal runter – Bewegung gehört einfach dazu.
Warum schwanken Börsenkurse überhaupt?
Kursschwankungen entstehen nicht einfach zufällig, sondern aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Wenn viele Menschen eine Aktie kaufen wollen, steigt die Nachfrage und damit der Preis. Wollen dagegen viele verkaufen, fällt der Kurs. Ein Vergleich macht es greifbarer: Auch bei Immobilien schwanken die Preise. Wenn in einer Stadt mehr Menschen Wohnungen kaufen wollen, als angeboten werden, steigen die Preise. Gibt es dagegen viel Angebot, aber wenig Nachfrage, sinken sie. Genauso funktionieren Kurse an der Börse.
Wichtig zu verstehen: Der Börsenkurs ist nicht identisch mit dem tatsächlichen Wert eines Unternehmens. Er zeigt vielmehr die Einschätzung der Marktteilnehmer zu einem bestimmten Zeitpunkt. Diese Einschätzung kann sich schnell ändern, auch wenn sich am realen Geschäft des Unternehmens kaum etwas verändert hat.
Manchmal führt Optimismus dazu, dass Anleger zu hohe Erwartungen haben. Gute Nachrichten oder hohe Gewinnerwartungen sorgen für Kauflaune – die Kurse steigen oft stärker, als es die tatsächlichen Zahlen rechtfertigen. Umgekehrt sorgt Pessimismus für Verkäufe: Angst vor einer Rezession, politische Krisen oder eine überraschende Zinserhöhung können Kurse fallen lassen, obwohl das Unternehmen selbst stabil dasteht.
Und natürlich gibt es auch die faktische Seite: Wenn ein Unternehmen wirklich schwache Geschäftszahlen vorlegt, die Gewinne einbrechen oder die Zukunftsaussichten schlechter werden, dann spiegelt sich das berechtigterweise im Kurs wider.
Wichtig ist dabei: Sowohl Kurse als auch Geschäftszahlen sind immer nur eine Momentaufnahme. Ein schwaches Jahr bedeutet nicht, dass ein Unternehmen dauerhaft schlecht dasteht – genauso wie ein starkes Jahr keine Garantie für anhaltenden Erfolg ist. Märkte und Unternehmen entwickeln sich über die Zeit. Genau deshalb ist ein längerer Anlagehorizont so entscheidend: Er gibt Märkten und Unternehmen die Chance, Schwankungen auszugleichen und ihr Potenzial zu entfalten.
Was bedeuten Schwankungen für dein Depot?
Wenn dein Depot im Minus steht, heißt das nicht automatisch, dass du Geld verloren hast. Solange du nicht verkaufst, sind es vorerst nur Schwankungen auf dem Papier. Ein echter Verlust entsteht erst dann, wenn du deine Anteile in schlechten Marktphasen tatsächlich verkaufst.
Studien wie die jährliche Dalbar-Analyse zeigen: Viele Anleger machen genau diesen Fehler. Sie steigen in Panik aus und schneiden dadurch langfristig deutlich schlechter ab als der Markt. Wer dagegen investiert bleibt, kann von den folgenden Erholungsphasen profitieren – und bislang hat es solche Erholungen nach Abschwüngen immer wieder gegeben.
Krisen vergehen – Märkte erholen sich
Ob Ölkrise, Finanzkrise oder Corona-Crash: Die Märkte sind immer wieder eingebrochen – und sie haben sich bisher jedes Mal wieder erholt. Das DAX-Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts zeigt: Über längere Anlagezeiträume sinkt das Risiko von Verlusten drastisch. Bei 15 Jahren waren die Ergebnisse in der Vergangenheit überwiegend positiv, ab 20 Jahren historisch durchweg positiv.
Auch die Weltbank-Daten belegen: Trotz Weltkriegen, Inflation und Krisen ist die Weltwirtschaft über die letzten 100 Jahre insgesamt stetig gewachsen. Obwohl vergangenes Wachstum keine Garantie für die Zukunft ist, zeigt es doch, wie robust die Märkte, historisch betrachtet, langfristig waren.
Schwankungen: nicht nur Risiko, sondern auch Chance
Für Wertpapiersparplan-Sparer sind Schwankungen nicht unbedingt etwas Schlechtes – im Gegenteil: Durch den Cost-Average-Effekt bringen sie sogar einen Vorteil. Wenn die Kurse fallen, kaufst du mit deinem festen Monatsbeitrag automatisch mehr Anteile, wenn sie steigen, weniger. So ergibt sich über die Zeit ein Durchschnittspreis, der dich davor bewahrt, dein gesamtes Geld unglücklich auf einmal, etwa kurz vor einem Kursrückgang, investiert zu haben.
Eine Vanguard-Analyse aus 2024 zeigt zudem: Anleger, die regelmäßig investiert bleiben, berichten über weniger emotionalen Stress und eine höhere Durchhaltefähigkeit – genau das ist ein entscheidender Erfolgsfaktor.
Praktische Tipps für den Umgang mit Schwankungen
- Nicht täglich ins Depot schauen: Wer ständig auf die Kurse starrt, erlebt Schwankungen größer, als sie sind.
- Langfristig denken: Ein Sparplan ist kein Sprint, sondern ein Marathon.
- Breit streuen: Mit ETFs oder Fonds, die viele Unternehmen, Länder und Branchen abbilden, verteilt sich das Risiko.
Fazit
Schwankungen gehören an der Börse dazu: so wie Wellen im Meer zum Wasser gehören. Sie sind kein Zeichen, dass du alles falsch machst, sondern Teil der normalen Bewegung von Märkten. Wenn du breit gestreut investierst, Geduld mitbringst und nicht in Panik verkaufst, haben Schwankungen langfristig das Potenzial, dir eher zu nutzen als zu schaden. Vergangene Wertentwicklungen sind dabei natürlich keine Garantie für die Zukunft – aber sie geben Orientierung, wie sich Märkte in der Vergangenheit entwickelt haben.
Wertpapiersparen eröffnet Chancen, geht aber immer auch mit Risiken einher. Mehr dazu findest du hier.
Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen an die Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Dieser Text stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Er soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung.